#occupytogether ist das große thema. die medien reduzieren es auf einen bankenprotest, meine erfahrungen in berlin sagen dass es eine demokratiebewegung ist, wie z.b. jacob jung sehr gut kommentiert.

mein persönliches anliegen ist, dass wir systeme aufgebaut haben, die unbegrenztes wachstum voraussetzen, und wir dies in einer welt mit endlichen ressourcen nicht aufrecht erhalten können. das kann doch eigentlich nicht gutgehen!

ein fundamentales system ist die geldschöpfung. dazu muss man sich auch mal damit auseinandersetzen, was geld denn überhaupt ist bzw. wie es geschaffen wird. dass wir keine währung haben, der ein wert zugrunde liegt, sondern eine FIAT währung, bei der geld aus schulden produziert wird, und zwar von banken (und nicht dem staat!). ich habe mich jetzt schon länger mit dem sachverhalt geld=kredit befasst, und finde es immer noch schwierig, die konzequenzen davon ganzheitlich zu verstehen. hier ist ein gut gemachtes video zur erklärung der geldschöpfung (teil 2). ich bitte sehr darum, mich auf fehler in diesem video aufmerksam zu machen!

auch an folgendem beispiel wird doch deutlich, dass unsere geldschöfpung kein nachhaltiges system ist: wenn geld nur dadurch entsteht kann, dass eine bank einen kredit verleiht, wofür sie zinsen einnimmt, dann kann doch dieser kredit samt zinsen ja niemals vollständig abbezahlt werden, da man für die ‘rückzahlung’ der zinsen erst wieder neues geld erschaffen muss, was auch wieder verzinst ist. und im prinzip wäre eine rückzahlung gar nicht erstrebenswert, da es ohne kredite kein geld gäbe! ist das nicht paradox!?

ganz alleine bin ich in diesen überlegungen anscheinend nicht. in den USA gib es ja den anwärter auf die republikanische präsidentschaftskandidatur ron paul, der schon sehr lange davor warnt. ich finde paul sympathisch, einen anderen politiker, der schon so lange konstant zu seinen überzeugungen steht, kenne ich gar nicht. auch seine grundeinstellung zur freiheit des menschen gefällt mir; auch wenn ich glaube, dass es viele fälle gibt, in denen bedeutend mehr freiheit für alle geschaffen werden kann indem die freiheit weniger einzelner leicht einschränkt wie (wie z.b. bei verkehrsregeln). aber paul ist auch extremer vertreter der österreichischen schule der ökonomie (luwig van mises, friedrich hayek, und dergleichen), die eine anti-zyklische finanzpolitik (à la keynes) strikt ablehnen, und hier gehen unsere ansichten stark auseinander.

auch im deutschsprachigen raum gibt es warnende stimmen: franz hörmann, professor an der wirtschaftsuniversität in wien hat letztes jahr ein buch mit dem titel ‘das ende des geldes. wegweiser in eine ökosoziale gesellschaft herusgebracht. außer dass es ganz oben auf die leseliste kommt, wollte ich noch auf ein interview hinweisen, in dem er sagt: “alle währungen werden verschwinden, weil sie technisch nicht mehr funktionieren können.” auch dirk “mister dax” müller (aus dem video) warnt vor dem crash, vorgestern gab er ein interview im handelsblatt in dem er feststellt: “wir sind in der endphase”.

das klingt alles ziemlich düster. dass es düster ist haben wohl so einige leute verstanden, daher ja auch die rege teilnahme an den #occupy bzw. acampada demos. aber ich würde gerne unser geldschöpfungssystems besser verstehen. vor allem würde ich gerne mal eine verteidigung des aktuellen FIAT-zentralbank-zinseszins geldsystems hören, die über eine “so haben wir aber die moderne welt aufgebaut”-argumentation hinaus geht. und ich würde nur zu gerne wissen, welche konkreten modelle für ein alternatives geldschöpfungssystem es gibt, und was dazu getan werden müsste. braucht es dazu wirklich einen crash bzw. einen reset?

freiwillige vor! ich würde mich wirklich sehr über input zu diesem thema freuen!

[EDIT: bei echo gibt es einige interessante vorschläge, ist aber noch ausbaufähig!]

oder sehen wir uns am samstag bei #occupyberlin (fb event)? am samstag geht’s um 13 uhr am alexanderplatz (neptunbrunnen) los, bis 15 uhr sind wir dann am platz der republik vor dem reichstaggebäude!